Leben mit Fersensporn.
Es ist Samstag Morgen. Du wachst auf und erinnerst dich, dass du heute frei hast. Was für ein schönes Gefühl, ganz ohne Wecker aufzuwachen! Die ersten Sonnenstrahlen scheinen durch das Rollo und werfen goldene Muster an die Wand neben dir. Du freust dich schon auf einen ausgiebigen Spaziergang nach der langen Woche am PC. Also, raus aus den Federn! Du schlägst die Decke zurück und steigst aus dem Bett. “Aua!” Ein stechender Schmerz durchbohrt deine Ferse. Sofort lässt du dich wieder auf die Bettkante fallen. Ach Mist. Zweiter Versuch. Du stehst wieder auf, diesmal langsamer. Ohne deine Ferse zu belasten humpelst du ins Bad. Die Lust auf den Spaziergang ist dir gerade vergangen.

So oder ähnlich können Morgende von Betroffenen mit Fersensporn aussehen. Schmerzen bei jedem Schritt, besonders nach dem Aufstehen, bestimmen den Tag. Vor allem in der akuten Phase kann das der Fall sein. Teilnehmende aus meinem Barfuß Powerkurs beschreiben den Schmerz etwa so:
„Wie ein Nagel im Fuß!“
„Folter bei jedem Auftreten.“

Kennst du dieses Gefühl? Und fragst dich, was dagegen hilft?
Dann lies’ direkt weiter, denn in diesem Artikel verrate ich dir, was du aktiv und nachhaltig gegen deinen Fersensporn tun kannst. So viel sei’ dir schon gesagt: Es gibt mehr Möglichkeiten als du denkst!

Was ist ein Fersensporn

Erstmal möchte ich dir erklären, was genau es damit auf sich hat.
Der Fersensporn um den es hier geht, ist der sogenannte plantare Fersensporn. Er besteht aus einem Knochenfroentgenbild eines fersenspornortsatz, der sich unter deiner Ferse gebildet hat. Du kannst ihn dir wie einen kleinen Dorn vorstellen, der sich aus Knochengewebe (Osteoblasten) bildet. Am häufigsten passiert das mit der Spitze des Dorns in Richtung deiner Zehen.

Auch wenn der Schmerz ganz plötzlich auftritt: Ein Fersensporn bildet sich nach und nach. Es kann sein, dass du (erstmal) gar keine Schmerzen hast,, denn manchmal ist der Fersenporn asympthomatisch (ohne Symptome). Er kann als sogenannter Zufallsbefund beim Röntgen auftauchen.

Wenn du schon an einer ausgeprägten Form leidest, dann kann die Heilung langwierig und schmerzhaft sein. Also gilt: Je früher du deinen Fersensporn erkennst, desto besser!
Der beschriebene stechende Schmerz ist das häufigste Symptom. Es kann sein, dass du nur nach dem Aufstehen Probleme hast, aber nicht mehr nachdem du ein paar Schritte gegangen bist. Beobachte das und notiere dir am besten, womit deine Schmerzen in Verbindung stehen und was sie lindert.

Ursachen

Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Fersensporn entstehen kann, daher möchte ich dir kurz erklären wie er entsteht.
Der Sporn bildet sich in der Plantarfaszie, das ist eine Sehnenplatte an der Fußsohle. Diese hat oftmals zu viel Spannung, ursprünglich durch falsches Schuhwerk und ungünstige Gewichtsverteilung auf dem Fuß. Der Zug an der Plantaraponeurose, die mit der Ferse verwachsen ist, führt zu Zug an der Knochenhaut (Periost). Diese löst sich also ab und hinterlässt einen leeren Raum, der mit neuen Knochenzellen (Osteoblasten) gefüllt wird.
So entsteht der Sporn.

Meine Idee zur Entstehung & nachhaltige Heilungsmöglichkeiten
Damit du deinen Fersensporn nachhaltig los wirst, ist es meiner Meinung nach wichtig, die Ursache zu bekämpfen und nicht nur das Symptom.

Daher frage ich bei der Ursachenforschung immer:
1. Was will der Körper mit diesem “Symptom” (Fersensporn) bezwecken?
2. Warum hat der Körper die Notwendigkeit dieses Gewebe zu bauen?

Meine Theorie im Falle des Fersensporns ist daher, zu überlegen:
1. Warum ist der Körper an der Ferse/Plantarfaszie überlastet?
2. Was kann getan werden, um die Überlastung an der Ferse abzubauen?

Ziel ist also, dass sich das Gewicht wieder gleichmäßig auf den ganzen Fuß verteilt, damit die Ferse entlastet und die Spannung durch barfuß sein oder Barfußschuhe weniger wird.
Disclaimer: Damit du daran arbeiten kannst, sollte die akute und sehr schmerzhafte Phase deines Fersensporns abgeschlossen sein. Bis dahin ist es wichtig sanfte Mobilisationen/Bewegungen zu machen, damit du schnellstmöglich wieder fröhlich aus dem Bett hüpfen kannst!

Andere Ursachen können sein

  • Fußfehlstellungen (Knick-, Senk-, oder Plattfuß)
  • zu langes Stehen/Gehen in falschem Schuhwerk
  • Übergewicht
  • zu schwache Fußmuskulatur

Die Gründe für deinen Fersensporn können vielfältig sein, deshalb solltest du genaue Ursachenforschung betreiben, damit du ihn langfristig los wirst.
Kommen wir also zur Frage der Fragen:

Was kannst du bei einem Fersensporn tun?

Um deinen Fersensporn aktiv zu behandeln ist es wichtig, dass du dir folgende Fragen beantwortest:

  • Seit wann habe ich diese Schmerzen?
  • Kommen für mich eine oder mehrere der oben beschriebenen Ursachen in Frage?
  • Wo lastet das Gewicht auf meinen Füßen? (beobachte das wenn du einen schmerzfreien Moment hast)?
  • was lindert meine Schmerzen

Dein Körper zeigt dir mit dem Fersensporn, dass es höchste Zeit ist, mehr auf deine Gesundheit zu achten.
Viele Orthopäd:innen verschreiben Stoßwellentherapie. Diese ist nicht nur teuer, sondern meiner Erfahrung nach auch nicht immer erfolgreich.
Außerdem werden häufig Einlagen verschrieben. Sie können dir besonders in der akuten und schmerzhaften Phase Entlastung bringen. Wichtig ist aber, dass du aktiv mit einer nachhaltigen Therapie beginnst, sobald der Schmerz nachgelassen hat! Wie das geht zeige ich dir jetzt:

Meine Quick-Tipps

Wie gesagt, sobald du die akute Phase hinter dir hast, solltest du mit aktivem Training starten. Deshalb habe ich hier 5 Tipps für dich, die den Teilnehmenden meines Barfuß Powerkurses geholfen haben. Das Beste: Du kannst sie Zuhause selbst umsetzen! Mach gerne direkt mit, Socken aus und los!

  1. Trainiere deine Zehen!
    Durch verschiedene Umstände haben unsere Füße idR ihre ursprüngliche Funktion verlernt. Deshalb sind die Muskeln nicht so gut ausgebildet, wie sie es sein könnten. Deine Aufgabe ist es daher, deinem Körper den Weg zu zeigen, wie er mehr Aktivität in die Zehen bringen kann. Das klappt durch aktives Training und gezielte Übungen.
    Gerade bei Fersensporn muss dein Körper wieder lernen was er tun kann, um Gewicht gleichmäßig auf die ganze Fläche deines Fußes zu teilen. Dafür braucht er eine starke Muskulatur. Die kannst du genauso trainieren wie jeden anderen Muskel: Indem du ihn benutzt. Zeige deinem Fuß durch aktives Training wie das geht! (Achtung: KEINE Greifübungen!)
  2. Nutze einen (Faszien)ball / eine Faszienrolle
    Rolle deine Fußsohle und deine Wade damit aus. Aber sei bitte vorsichtig, denn das kann sehr schmerzhaft sein! Gerade wenn dein Fersensporn noch schmerzt, solltest du mit dieser Übung an der Ferse vorsichtig sein und eher den Rest des Fußes bearbeiten.
    Faszienrollen gibt es schon für wenige Euros in Drogeriemärkten, alternativ kannst du aber auch eine Flasche, oder einen Golfball oder Lacrosseball verwenden.
  3. Dehne deine Fußsohlen und deine Waden
    Effektiv kannst du das z.B. mit der tiefen Hocke oder an einer Treppenstufe machen. Wie die tiefe Hocke genau funktioniert zeige ich dir hier.
  4. Mache exzentrisches Training
    Das bedeutet, du wirkst mit Hilfe deiner Muskeln, einem Widerstand entgegen, in diesem Fall der Schwerkraft.
    Das geht so:
    Stelle dich (mit dem von Fersensporn betroffenen Fuß) nur mit dem Vorfuß auf eine Treppenstufe. Lasse nun deine Ferse ganz langsam herunter, sodass sie ein wenig unterhalb der Höhe der Treppenstufe ist. Gehe so tief, bis deine gesamte Wade auf Spannung ist. Dann drückst du dich mit BEIDEN Beinen wieder hoch (sodass du auf Zehenspitzen stehst). Diese Übung wiederholst du 15 Mal, am besten 2x täglich.
    Der Fokus liegt auf “langsam ablassen”.
  5. Aktiviere die intrinsische Fußmuskulatur
    Das sind die Muskeln, die ganz tief im Fuß liegen. Sie sind unter anderem dafür verantwortlich, dein Fußgewölbe zu stabilisieren. Besonders beim Fersensporn ist es wichtig, dass du durch gezieltes Training die Muskulatur deiner Füße und Zehen wieder aufbaust. Nur dann können sie stark genug werden, um das Gewicht deines Körpers gleichmäßig zu tragen.

Du siehst, was du selbst aktiv bei Fersensporn tun kannst um ihn nachhaltig loszuwerden ist ziemlich vielseitig. Wenn du gezielte Übungen oder Begleitung möchtest, dann findest du hier alle Infos zu meinen Kursen.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und kann einen Besuch bei einer Ärztin nicht ersetzen.

Du willst mehr? Wenn du Interesse an weiteren Themen rund um deine (Fuß-)Gesundheit hast, dann folge mir gerne auf Instagram und komme in meine Facebookgruppe. Hier kannst du dich mit Gleichgesinnten austauschen und bekommst interessante Infos und Tipps! Ich freue mich auf dich!

Viele Grüße an die Füße,
Vivi Barfuß

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